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Tauchtagebuch

Shark Expedition- Tiger and Great Hammerhead vom 22.11.2009 bis 29.11.2009

von Toni Brückler, Sonja Brückler und Petra Potetz.

Tag 1 (22.11.2009):
Am späten Nachmittag des 22.11 gingen wir an Bord der Shear Water. Die ganze Crew (Jim, Jaimen, Mike und Bob) schien sehr nett und zuvorkommend zu sein, was sich im Laufe der Woche absolut bestätigte. Auch die anderen Tauchgäste, welche aus den USA, Frankreich bzw. Dänemark, Holland, England bzw. Australien kamen waren durchwegs sehr nett und humorvoll, was auch zu einer wirklich gelungenen Woche beitrug. Mit an Bord war zur Freude aller auch Emma, die Namensgeberin des Tigerhai-Supermodels Emma!
Die Shear Water ist eher klein für zehn Passagiere. Der Fokus bei diesem Tauchtrip lag aber ohnehin auf echter „Natur-Aktion“, und nicht auf Luxuskreuzfahrt. Die Verpflegung war sehr, sehr gut. Es gab immer verschiedenes Obst, Süßigkeiten, antialkoholische Getränke usw. zur freien Verfügung. Mike, Koch und Mädchen für alles, ist nicht nur ein sehr netter und immer lustiger Kerl, sondern war auch immer darauf bedacht Sonderwünsche aller zu befriedigen (Frühstücks-Ei …). So gab es nicht nur ein ausgiebiges Frühstück, sondern auch ein immer frisch gekochtes Mittags- und Abendessen.

Tag 2 (23.11.2009):
Beim ersten  Tauchgang hatten wir viele Karibische-Riffhaie. Dabei war ich die meiste Zeit des Tauchgangs direkt neben der Köderbox, weshalb die Haie uns sehr, sehr nahe kamen.  Nach einiger Zeit erschien der erste Tigerhai, welcher sich uns bis auf geschätzte ~20m näherte und danach noch weitere drei Mal erschien.

Der zweite Tauchgang des Tages war ein Wracktauchgang. Wir sahen zwei Muränen,  zwei sehr schöne Meeresschnecken ein paar Haie und Rifffische.

Der dritte Tauchgang dieses Tages war ein Nachttauchgang. Der Nachttauchgang war wirklich toll. Es waren ständig etliche Zitronenhaie um uns. Die Haie zeigten keinerlei Scheu und es ist eigentlich eine Untertreibung zu sagen, dass sie uns sehr, sehr nahe kamen, denn sie berührten uns öfters und drängten sich zwischen uns durch und … !

Der erste Tag war somit eine sehr gute Einstimmung auf das was noch folgen sollte.
Tag 3 (24.11.2009):
Beim ersten Tauchgang am sogenannten „Crystal Tiger“ hatten wir zunächst etliche Zitronenhaie.  Sehr beindruckend!

Aber dann kam Emma! Wowww… !

Auch wenn man weiß, dass sie groß ist, ist es doch etwas ganz anderes wenn man sie dann nahe vor sich sieht. Und sie kam mehr als nur nahe, sie berührte uns zum Teil, bzw. schwamm unter mir durch, oder „rammte“ uns sanft. Emma ist nicht nur viel länger als die Zitronenhaie  und kleinere Tigerhaie, sie ist vor allem viel massiger! Zusätzlich kamen noch vier weitere Tigerhaie hinzu. Trotzdem hatte man nie in irgendeiner Weise ein Gefühl der Unsicherheit. Speziell Emma wirkte sehr gelassen. Wirklich ein wunderbares Tier und ein wirklich unvergesslicher Tauchgang (noch dazu 2 Stunden lang)!

Auch beim zweiten Tauchgang kam Emma und mindestens drei weitere Tigerhaie, und natürlich noch unzählige Zitronenhaie. Abgesehen davon, dass mein Bleigurt sich öffnete und während des restlichen Tauchgangs nicht mehr richtig hielt, war dieser Tauchgang wieder ein tolles Erlebnis.

Tag 4 (25.11.2009):
Bei den ersten beiden Riff-Tauchgängen dieses Tages hatten wir etliche Karibische-Riffhaie und ein, zwei Zitronenhaie. Beim zweiten Tauchgang erschien mehrmals ein recht großer Tigerhai. Der dritte Tauchgang des Tages war wieder ein Nachttauchgang, diesmal am Riff. Wir sahen einige Zitronenhaie und Karibische-Riffhaie und sogar mehrmals einen Tigerhai (wahrscheinlich immer derselbe).

Tag 5 (26.11.2009):
Bereits beim ersten Tauchgang erschien, zur Freude aller, wieder Emma und zusätzlich 3-4 weitere Tigerhaie. Unter den unzähligen Zitronenhaien befand sich einer mit einem Seil im Maul und um den Hals. Auch beim zweiten Tauchgang erschien Emma. Außerdem gelang es Jim und Bob, glücklicher Weise, den Zitronenhai von seiner Schlinge um den Hals zu befreien.

Tag 6 (27.11.2009):
Am Freitag hatten wir relativ schlechtes Wetter weshalb wir die Haie an der Oberfläche köderten und beobachteten aber leider keinen Tauchgang unternehmen konnten.

Tag 7 (28.11.2009):
Gott sei Dank hatten wir an diesen Tag, speziell ab dem zweiten Tauchgang, wieder wesentlich bessere Wetter- und Sichtverhältnisse. Einige von uns, so auch ich, waren mit Ausnahme vom Luft auftanken und Akku, Kassette bzw. Speicherkarte tauschen die ganze Zeit unter Wasser. Die meiste Zeit über waren mindestens 10 (!) Tigerhaie gleichzeitig um uns. Man sah manchmal 6 Tigerhaie auf einem Blick! Von den unzähligen Zitronenhaien, welche uns ständig umgaben und auch berührten nahmen wir kaum noch Notiz. Am Ende erschienen noch 7 oder 8 Delphine. Einige von uns, so auch ich folgten Ihnen was den Delphinen offensichtlich gefiel. Sie fanden Gefallen daran mit uns Tauchern zu spielen (wowww… !). Der letzte Tauch-Tag war wirklich ein mehr als würdiger Abschluss einer sensationellen Tauchwoche!

Tag 8 (29.11.2009):
Über Nacht ging‘s zurück nach Palm Beach, „auschecken“, Souvenirs kaufen und leider ab Richtung Heimat.

Fazit:
Obwohl wir ohnehin bereits etlichen Male mit sehr, sehr vielen Haien getaucht sind und längst davon überzeugt waren und wussten, dass Haie absolut keine Menschenfressenden Monster sind, wurde unsere Meinung über Haie durch diesen Tauchtrip nochmals verändert, und zwar in dem Sinne, dass Haie nicht nur gewöhnlich und mit hoher Wahrscheinlichkeit Menschen nicht attackieren, sondern mit erstaunlicher Zuverlässigkeit den Menschen als nicht zu ihren Nahrungsspektrum gehörend betrachten. Wir sind nun noch mehr der Überzeugung, dass es sich bei jeglicher, ohnehin extrem seltene Attacke eines Haies auf einen Menschen zu 100% um einen Unfall oder Irrtum handelt.
Es war wirklich mehr als erstaunlich wie man sich mitten unter unzählige Haie begeben konnte und quasi in deren Futter schwimmen konnte ohne von irgendeinem dieser unzähligen Haie auch nur versehentlich verletzt oder attackiert zu werden. Die Haie haben quasi vielmehr erstaunlich gut auf uns aufgepasst! Natürlich muss man speziell bei den Tigerhaien immer Vorsicht walten lassen und aufpassen nicht durch ein Versehen oder Neugierde verletzt zu werden, worauf Jim und die Crew auch immer hingewiesen haben und dies auch immer eingefordert haben. Schließlich sind Haie Wild-und keine Haustiere. Nie hatte man aber auch nur im Ansatz das Gefühl, dass einer der Haie einen der Taucher attackieren wolle oder als potentielle Nahrung betrachtete. Abgesehen davon müssen wir Menschen endlich erkennen, dass jedes Tier seinen Platz und seine Rolle im Gleichgewicht der Natur hat und wir dieses Gleichgewicht nicht noch weiter stören dürfen oder in deren Lebensraum eindringen und diese Ausrotten dürfen nur weil es für uns auf den ersten Blick für uns vorteilhaft erscheint oder einer dieser Arten einzelnen Menschen gefährlich werden könnte.
Nichts auf dieser Welt rechtfertigt die Verbrechen, welche wir an der Umwelt und in diesen speziellen Fall an den Haien (200 Millionen (!) abgeschlachtete Haie pro Jahr) begehen! Umso mehr als, wie wir in dieser Woche wieder eindrucksvoll vor Augen geführt bekommen haben, Haie absolut nicht die aggressiven Bestien sind, für welche sie oft von vielen Unwissenden gehalten werden, sondern ganz im Gegenteil erstaunlich darauf geachtet haben uns nicht (versehentlich) zu verletzen!
Ich behaupte, man kann mit einem Rudel Hunde nicht dasselbe machen ohne gebissen zu werden, was wir in dieser Woche mit den Haien gemacht haben.